Wie spricht man mit Erpressern und Entführern?


PR-Talk_Nachbericht_03-2023.pdf (483,4 KiB)

Commerzbank-Filialen erhielten im letzten Jahr erpresserische Briefe mit Sprengstoff, deutsche Unternehmen mit russischen Niederlassungen und ihre Manager wurden bedroht, weil sie gemäß den EU-Sanktionen Produktlieferungen stoppten, ehemalige Mitarbeitende mit Zugang zu kritischen Informationen verlangten Zahlungen für die Zusage, diese nicht an Medien und Konkurrenz weiterzugeben, in Südafrika häufen sich laut einem Spiegel-Bericht erpresserische Entführungen, denen unter anderem Familienmitglieder hoch bezahlter Manager und Unternehmer zum Opfer fallen. Für 37 der 195 Länder weltweit spricht das Auswärtige Amt derzeit Reisewarnungen aus.

Unternehmer*innen – so scheint es – leben gefährlich. Wie also schützt man sich und seine Familie? Wie reagiert man, wenn es trotz allem zu Erpressung, Bedrohung und Entführung kommt? Wie kommuniziert man mit den Tätern? Und welche Optionen bleiben, wenn die Sprache versagt?

Mein Gast ist diesmal Pascal Michel, Mitinhaber der SmartRiskSolutions GmbH, die auf die Themen Risiko-, Sicherheits- und Krisenmanagement spezialisiert ist. Er ist ehemaliger Angehöriger einer bundesdeutschen Sicherheitsbehörde und hat an zahlreichen Einsätzen im Ausland teilgenommen. Zuletzt war er dort Leiter der Ausbildungseinheit für Teams, die in Krisengebieten operieren. Seit Ende 2008 ist er als Sicherheitsberater und Krisenmanager in der Wirtschaft tätig. Er ist regelmäßig bei Krisenfällen wie Entführungen und Erpressungen im Einsatz.

Die Aufgaben von Smart Risk Solutions reichen von Reisesicherheit einschließlich Sicherheitstrainings, Risikoanalysen und Länderinformationen sowie dem Sicherheitsmanagement für Standorte über Sicherheitskonzepte und Schutz für Unternehmerfamilien bis zu konkretem Krisenmanagement und akuten Krisenreaktionen bei Drohungen, Erpressungen, Entführungen, Großbrand oder Cybercrime.